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Shanghai Reiseführer 2026

Shanghai Reiseführer 2026

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Last updated: 2026-12-31

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Shanghai Reiseführer 2026

🏙️ Skyline und moderne Architektur

Pudong, der Stadtbezirk östlich des Huangpu, bestand 1990 noch aus Reisfeldern. Heute bilden dort drei der zehn höchsten Gebäude der Welt ein Ensemble, das in weniger als drei Jahrzehnten entstanden ist.

  • Shanghai Tower: Mit 632 Metern das höchste Gebäude Chinas und nach dem Burj Khalifa das zweithöchste der Welt (Fertigstellung 2015). Die Fassade dreht sich über die 128 Stockwerke um 120 Grad; das soll den Windwiderstand um 24 Prozent gegenüber einem geraden Hochhaus reduzieren. Die Aussichtsplattform auf Stockwerk 118 (546 Meter) ist die höchste der Welt auf einem Gebäude mit Besuchernutzung.
  • Oriental Pearl Tower: Der 468 Meter hohe Fernsehturm wurde 1994 eröffnet und war bis zum Bau des Jin Mao Towers das höchste Gebäude Chinas. Seine zwei Hauptkugeln auf 263 und 90 Metern sind ein Erkennungszeichen der Pudong-Skyline. Im Sockel befindet sich das Shanghai History Museum mit Dioramen zur Stadtgeschichte.
  • Shanghai World Financial Center (SWFC): Der 492 Meter hohe Turm (Fertigstellung 2008) trägt an der Spitze eine trapezförmige Öffnung – ursprünglich als Kreis geplant, dann aus politischen Gründen geändert. Die gläserne Fußbodenplatte der Aussichtsplattform auf 474 Metern erlaubt den direkten Blick senkrecht nach unten.
  • Jin Mao Tower: Der 420 Meter hohe Turm (1999) kombiniert die Proportionen einer chinesischen Pagode mit modernem Stahl-Glas-Skelettbau. Im Inneren befindet sich ein 152 Meter hohes rundes Atrium des Grand Hyatt Hotels – eines der höchsten Hotelinnenräume der Welt.
  • Lujiazui Finance and Trade Zone: In dieser 1,7 Quadratkilometer großen Zone stehen mehr Wolkenkratzer über 200 Meter als in jedem anderen vergleichbar kleinen Stadtgebiet weltweit. Die Fußgängerbrücke rund um den Hauptkreisverkehr bietet die beste Bodensicht auf die Türme.

🏛️ The Bund und der historische Uferbereich

Der Bund (chinesisch: Waitan) war von den 1840er-Jahren bis 1949 das Finanzzentrum Ostasiens. An seinem 1,5 Kilometer langen Uferdamm stehen 52 Gebäude aus der Zeit zwischen 1873 und 1937, errichtet von britischen, amerikanischen, deutschen und französischen Kolonialgesellschaften.

  • Der Bund (Waitan): Die Promenade verläuft entlang des westlichen Huangpu-Ufers und bietet den Blick auf die Pudong-Skyline gegenüber. Abends sind beide Uferseiten illuminiert; der beste Aussichtspunkt für Fotografien ist der Erhöhte Bund-Bereich nördlich der Nanjing Road-Brücke. Tagsüber öffnen viele der kolonialzeitlichen Banken und Handelshäuser als Luxushotels, Galerien und Restaurants.
  • Zollhaus (Jianghai Customs Building): Das Gebäude von 1927 (Architekt: Palmer & Turner) trägt einen 40 Meter hohen Uhrenturm, dessen Glockenspiel nach dem Vorbild des Londoner Big Ben gestaltet wurde. Es ist eines der wenigen am Bund verbliebenen Gebäude, die noch ihre ursprüngliche Behördenfunktion erfüllen.
  • Pudong Riverside Promenade: Der Riverside Avenue-Park zieht sich vier Kilometer an Pudongs Huangpu-Ufer entlang und wurde 2010 zur Weltausstellung fertiggestellt. Hier stehen die größten Skulpturen des öffentlichen Kunstprogramms der Expo 2010.
  • Yu-Garten (Yuyuan Garden): Der Garten wurde zwischen 1559 und 1577 für den Beamten Pan Yunduan angelegt und gehört zu den am besten erhaltenen Gärten der Ming-Dynastiezeit (1368–1644) in Ostchina. Er folgt dem Prinzip der scenery borrowing (借景, jièjǐng): Pavillons, Teiche und Felsen sind so platziert, dass sie sich gegenseitig als Kulisse dienen. Das angrenzende Bazaar-Viertel entstand größtenteils in den 1990er-Jahren neu.
  • Stadtgott-Tempel (Chenghuang Miao): Der daoistische Tempelkomplex geht auf das 14. Jahrhundert zurück und war Mittelpunkt der städtischen Volksreligion. Im Innenhof stehen mehrere Tempelhallen sowie Bühnen für rituelle Aufführungen. Der umgebende Basar ist einer der meistbesuchten Einkaufsbereiche der Altstadt.

🎨 Historische Bezirke und kulturelles Erbe

Shanghai wurde 1843 als Vertragshafen geöffnet; die daraufhin entstandenen ausländischen Konzessionen hinterließen Architektur, die heute kaum einer anderen Stadt gehören würde.

  • Französische Konzession (French Concession): Die ehemalige Konzession, die von 1849 bis 1943 unter französischer Verwaltung stand, umfasst heute die Bezirke Xuhui und Jing’an. Straßen wie die Wukang Road und Anfu Road sind mit Platanen gesäumt, die in den 1920er-Jahren gepflanzt wurden. Die gründerzeitlichen Villen beherbergen heute Restaurants, Boutiquen und Konsulate.
  • Xintiandi: Das 2001 eröffnete Viertel besteht aus restaurierten Shikumen-Reihenhäusern (石库门, wörtlich: Steintorhaus) aus den 1920er-Jahren. Im nördlichen Block befindet sich das Museum des Ersten Nationalkongresses der KP Chinas (1921). Das Viertel gilt als Prototyp für die Sanierung historischer Wohnbebauung in chinesischen Städten.
  • Tianzifang: Das Künstlerviertel in den 1930er-Jahre-Shikumen-Gassen des Bezirks Huangpu wurde ab 2000 von Künstlern und kleinen Galerien belebt. Enge Durchgänge (弄堂, lòngtáng) verbinden Werkstätten, Cafés und Ateliers. Der Kontrast zur benachbarten Hochhausstruktur ist wenige Schritte entfernt sichtbar.
  • Jing’an-Tempel: Der buddhistische Tempel wurde erstmals im 3. Jahrhundert n. Chr. erwähnt und steht heute direkt neben dem Eingang zur U-Bahn-Station Jing’an Temple. Er wurde 2010 grundlegend renoviert; die Bronzestatue des liegenden Buddha misst 12 Meter. Tagsüber ist der Tempel auch für Nichtgläubige zugänglich.
  • Longhua-Tempel und Pagode: Der Longhua-Tempel am Südrand des Stadtzentrums geht auf das 3. Jahrhundert zurück; die heutige siebengeschossige Backsteinpagode (40 Meter) stammt aus der Song-Zeit (10./11. Jahrhundert). Geläutet wird die Tempelglocke traditionell in der Silvesternacht um Mitternacht.

🛍️ Einkaufen und Unterhaltung

  • Nanjing Road (Fußgängerzone): Die 1,2 Kilometer lange Fußgängerzone zwischen People’s Square und Henan Road wurde 1999 autofrei gestaltet. Sie gilt als umsatzstärkste Einkaufsstraße Chinas. Kaufhäuser wie das No. 1 Department Store (gegründet 1936) und das NE Tiger Flagship Store stehen neben internationalen Ketten.
  • West Nanjing Road: Der Abschnitt westlich des People’s Square beherbergt Luxusflagships von Hermès, Cartier, Chanel und internationalen Hotelgruppen in Gebäuden aus den 2000er- und 2010er-Jahren.
  • Grand Gateway Shanghai: Das 2001 eröffnete Einkaufszentrum in Xujiahui ist mit 17 Stockwerken und 168.000 Quadratmetern Verkaufsfläche eines der größten Malls der Stadt. Das Viertel Xujiahui entstand historisch rund um eine Jesuitenniederlassung des 17. Jahrhunderts; das Bibliotheksgebäude der Jesuiten besteht noch.

🍜 Shanghaier Küche und lokale Spezialitäten

Die Shanghaier Küche (沪菜, Hù cài) bevorzugt süßliche, helle Soßen auf Basis von Shaoxing-Reiswein und Sojasoße – charakteristisch für den Stil des Jangtse-Deltas.

  • Xiaolongbao (Suppenknödel): Die Teigtaschen mit gewürzter Schweinefleischfüllung und Gelatinebrühe, die beim Dämpfen verflüssigt, stammen aus Nanxiang (heute ein Vorort Shanghais) und wurden dort erstmals in den 1870er-Jahren dokumentiert. Jede Teigtasche soll traditionell 18 Falten haben. Die Restaurantkette Din Tai Fung, deren Shanghai-Zweigstellen täglich Schlangen haben, und die ältere Kette Nanxiang Mantou Dian am Yu-Garten gelten als Maßstab.
  • Shengjian Mantou: Die in der Pfanne gebratenen Schweinebrötchen entstanden als Frühstücksgericht für Arbeiter; die erste urkundlich erwähnte Shengjian-Garküche in Shanghai öffnete 1932. Der knusprige Boden entsteht durch Braten im Öl; die Brühe im Inneren kommt wie bei den Xiaolongbao aus Gelatine.
  • Hairy Crab (Wollhandkrabbe): Die Chinesische Wollhandkrabbe (Eriocheir sinensis) aus dem Yangcheng-See in der Provinz Jiangsu gilt von Oktober bis Dezember als saisonal; Weibchen (mit Rogen) Ende Oktober, Männchen (mit Gonaden) im November. Sie werden traditionell gedämpft und mit Ingwer-Essig-Sauce sowie gewärmtem Shaoxing-Wein gegessen.
  • Street Food und Nachtmärkte: Der Yuyuan-Tourismusbazar und der Wujiang Road Food Street bieten abends Jianbing (gefüllte Crêpes), Cong You Bing (Lauchkuchen) und gegrillten Tofu. Der Nachtmarkt Tianzifang-Umgebung schließt meist erst nach Mitternacht.

### 🚇 Praktischer Shanghai-Guide
  • Beste Reisezeit: April/Mai und September/Oktober sind trocken und mild (18–25 °C). Der Sommer (Juni–August) ist heiß und schwül (oft über 35 °C, Taifunrisiko August/September); der Winter (Dezember–Februar) ist feucht und grau, selten unter 0 °C. Die Kirschblüte im Frühjahr lockt besonders viele Besucher in den Gucheng-Park.
  • Fortbewegung: Das U-Bahn-Netz umfasst 20 Linien und 508 Stationen (Stand 2025) – eines der längsten U-Bahn-Netze der Welt. Der Maglev-Zug verbindet den Pudong International Airport in 7 Minuten mit der Station Longyang Road. Taxifahrten per DiDi-App (chinesisches Uber-Äquivalent) sind für Touristen mit ausländischen Kreditkarten seit 2019 buchbar.
  • Praktische Planung: Online-Tickets für den Shanghai Tower, die Aussichtsplattform des SWFC und Popularrestaurants wie Din Tai Fung sollten mindestens drei Tage vorab gebucht werden. Für chinesische Apps und mobiles Bezahlen empfiehlt sich die Einrichtung von WeChat Pay oder Alipay mit ausländischer Karte – viele Straßenverkäufer und kleinere Restaurants akzeptieren ausschließlich mobile Zahlungen.