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10 Tage in Marokko: Von den Souks von Marrakesch bis in die Sahara - Reiseblog

10 Tage in Marokko: Von den Souks von Marrakesch bis in die Sahara - Reiseblog

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Last updated: 2026-12-31

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10 Tage in Marokko: Von den Souks von Marrakesch bis in die Sahara - Reiseblog

Marokko ist von den meisten europäischen Städten nur einen 3-stündigen Flug entfernt und fühlt sich doch an wie aus einem anderen Jahrhundert. Es ist ein Land intensiver, schöner Widersprüche. Die uralten Medinas sind schwindelerregende Labyrinthe, in denen Esel sich die Gassen mit modernen Rollern teilen. Das Essen ist komplex und außergewöhnlich gewürzt. Und die Landschaft wechselt abrupt von schneebedeckten Alpenbergen zur weiten, stillen Ausdehnung der Sahara-Wüste.

Diese 10-Tage-Reiseroute ist für Erstbesucher konzipiert und deckt die chaotische Magie der Königsstädte, die raue Schönheit des Atlasgebirges und die absolute Notwendigkeit ab, unter den Sternen in der Sahara zu schlafen.

Feilschen 101

In den Souks ist der erste Preis, den man Ihnen nennt, mindestens das Dreifache des tatsächlichen Preises. Starten Sie bei einem Drittel und treffen Sie sich irgendwo in der Mitte. Es ist nicht unhöflich – es wird erwartet. Gehen Sie langsam weg, und man wird Sie mit einem niedrigeren Preis zurückrufen.

Tage 1-3: Marrakesch

Der Herzschlag Marokkos. Marrakesch ist intensiv. Der Lärm, die Gerüche und die Menschenmassen sind anfangs überwältigend. Doch dann werden Sie sich in die Stadt verlieben.

  • Jemaa el-Fnaa: Der Hauptplatz. Nachts verwandelt er sich in einen riesigen Freiluft-Food-Markt. Probieren Sie Lamm-Tagine oder eine Schneckensuppe (ja, wirklich). Beobachten Sie Schlangenbeschwörer und Geschichtenerzähler.
  • Die Souks: Ein Labyrinth aus engen Gassen, in denen Leder, Gewürze, Lampen und Teppiche verkauft werden. Sie werden sich verlaufen. Nutzen Sie Google Maps offline.
  • Jardin Majorelle: Der Garten von Yves Saint Laurent. Die kobaltblauen Gebäude sind ikonisch.
  • Bahia-Palast: Atemberaubende Kachelarbeiten und Architektur.
  • Übernachtung: Ein Riad (traditionelles Haus mit Innenhof). Sie beginnen bei ca. 30 €/Nacht und sind viel atmosphärischer als Hotels.

Tag 4: Tagesausflug ins Atlasgebirge

Mieten Sie für den Tag einen Fahrer (50-80 € für den Tag), der Sie in das Hohe Atlasgebirge bringt.

  • Ouzoud-Wasserfälle: Die höchsten in Nordafrika. Berberaffen leben an den Klippen.
  • Dorf Imlil: Der Ausgangspunkt für die Besteigung des Mount Toubkal (Nordafrikas höchster Berg).

Tage 5-6: Sahara-Wüste (Merzouga)

Der Höhepunkt jeder Marokko-Reise. Sie können eine 2-Tage/1-Nacht-Tour ab Marrakesch buchen (lange Fahrt, 8+ Stunden pro Strecke) oder die Reise in der Dades- oder Todra-Schlucht unterbrechen.

  • Erg Chebbi: Die großen Dünen bei Merzouga. Sie erreichen eine Höhe von 150 Metern.
  • Kamel-Trek: Reiten Sie bei Sonnenuntergang auf einem Kamel in die Dünen. Schlafen Sie in einem Berbercamp unter den Sternen.
  • Sterne gucken: Keine Lichtverschmutzung. Sie werden die Milchstraße mit bloßem Auge sehen können.

Tage 7-8: Fes

Die Kulturhauptstadt. Fes ist älter, ruhiger und authentischer als Marrakesch.

  • Fes el-Bali (Alte Medina): Das größte autofreie Stadtgebiet der Welt. Es hat 9.000 Gassen. Mieten Sie einen Guide (15-20 €), sonst werden Sie den ganzen Tag mit Suchen verbringen.
  • Gerberei Chouara: Lederfärbebecken. Es riecht schrecklich (man gibt Ihnen Minze zum Vor-die-Nase-Halten), aber die Farben sind unglaublich.
  • Medersa Bou Inania: Wunderschöne islamische Architektur.

Tage 9-10: Chefchaouen

Die blaue Stadt. Jedes Gebäude, jede Wand und jede Treppe ist blau gestrichen. Niemand weiß genau warum. Es ist die fotogenste Stadt Afrikas.

  • Die Atmosphäre: Jedes einzelne Gebäude, jede Tür, jeder Fensterrahmen, jede Gasse und jede öffentliche Treppe in der alten Medina ist in leuchtenden, variierenden Blautönen gestrichen. Es gibt viele Theorien warum — um die heiße Sonne stark zu reflektieren, um Moskitos abzuwehren, oder von jüdischen Flüchtlingen der spanischen Inquisition in den 1490er Jahren mitgebracht, als Symbol für Himmel und Paradies — aber niemand weiß es mit absoluter Sicherheit.
  • Was man tun sollte: Einfach ziellos umherschlendern. Das ist der Sinn der Sache. Stöbern Sie in den kleinen Handwerksläden, die gewebte Decken und rohe Pigmente verkaufen, und trinken Sie endlose Tassen süßen Minztee auf dem Hauptplatz (Plaza Uta el-Hammam).
  • Wandern: Gehen Sie bei Sonnenuntergang zur Spanischen Moschee für einen Panoramablick auf die blaue Stadt.
  • Essen: Probieren Sie Rassoul-Ziegenkäse und die lokale Ziegen-Tagine.

Marokkanische Küche: Mehr als nur Tagine

Die marokkanische Küche ist aromatisch, komplex und außergewöhnlich. Essen Sie nicht jeden Abend Hühner-Tagine — probieren Sie diese Gerichte:

  • Tagine (richtig gemacht): Eine echte Tagine wird stundenlang über Kohlen im konischen Tontopf geschmort, bis das Fleisch zerfällt. Die besten Varianten: Lamm mit Pflaumen und Mandeln oder Huhn mit eingelegter Zitrone und Oliven. Wenn das Fleisch gekocht statt geschmort aussieht, gehen Sie woanders hin.
  • Freitags-Couscous: In Marokko ist Couscous kein Beilage, sondern ein heiliges Freitagsessen. Der Grieß wird dreimal von Hand über Dampf aufgelockert und mit einem Berg Gemüse und würziger Fleischbrühe serviert. Wenn Sie an einem Freitag in Marokko sind, suchen Sie ein Restaurant mit dem Freitagsspezial.
  • Pastilla (B’stilla): Ein süß-herzhaftes Meisterwerk aus Fes. Hauchzartes Warqa-Gebläck gefüllt mit gewürztem Hühnerfleisch, gerösteten Mandeln und Ei, bestäubt mit Puderzucker und Zimt. Klingt seltsam, schmeckt himmlisch.
  • Mechoui: Ein ganzes Lamm, stundenlang in einem unterirdischen Lehmofen langsam gegart. In Marrakesch finden Sie es in der „Mechoui Alley” neben dem Jemaa el-Fnaa — vor 11 Uhr morgens bestellen. Man kauft nach Gewicht (250 g reichen für eine Person) und isst es mit Kreuzkümmel-Salz und frischem Khobz-Brot.
  • Marokkanischer Minztee: Starker Schießpulver-Grüntee mit großzügig frischer Minze und noch großzügiger Zucker. Er wird aus der Höhe eingegossen, um eine schaumige Krone zu erzeugen. Lehnen Sie Tee niemals ab, wenn er Ihnen angeboten wird — das gilt als unhöflich.

Realistisches Budget (10 Tage)

AusgabeBudget (Backpacker)Mittelklasse (Komfort)
Unterkunft/Nacht15–30 € (Hostel/einfaches Riad)60–150 € (schönes Riad mit Pool)
Essen/Tag10–20 € (Straßenessen & Märkte)30–60 € (Restaurants & Cafés)
Sahara 2-Tages-Tour80–120 € (geteilter Minibus)250–400 € (privater 4x4 & Luxuscamp)
Transport (Bus/Zug)15–25 € pro Strecke
Gesamt (10 Tage)~450–600 € pro Person~1.000–1.600 € pro Person

Praktische Tipps

  • Währung: Marokkanischer Dirham (MAD). Geldautomaten gibt es überall. Tragen Sie immer kleine Münzen (10 und 20 Dirham) für Trinkgeld und öffentliche Toiletten. In der Medina werden Karten kaum akzeptiert.
  • Dresscode: Marokko ist ein muslimisches Land. Bedecken Sie Schultern und Knie aus Respekt, besonders in kleineren Städten. Lockere, atmungsaktive Leinenkleidung ist ideal für die Hitze.
  • Sicherheit: Gewaltverbrechen gegen Touristen sind extrem selten. Kleinkriminalität und aggressive Schlepperei sind jedoch Alltag. Ein häufiger Trick: Junge Männer bieten an, Ihnen den Weg zu zeigen, und verlangen dann aggressiv 10–20 € Trinkgeld. Sagen Sie höflich „La, shukran” (Nein, danke) und gehen Sie weiter.
  • Transport: CTM- und Supratours-Busse sind komfortabel und günstig (Marrakesch nach Fes ~15 €). Das Zugnetz (ONCF) verbindet die großen Städte zuverlässig und günstig, inklusive des neuen Al-Boraq-Hochgeschwindigkeitszugs im Norden.